STEUER-LEXIKON
Reihengeschäft
auch: Reihengeschäft, Reihengeschäfte, Kettengeschäft
DEFINITION
Ein Reihengeschäft liegt vor, wenn mehrere Unternehmer über denselben Gegenstand Umsatzgeschäfte abschließen und die Ware unmittelbar vom ersten Lieferer zum letzten Abnehmer gelangt. Nur eine der Lieferungen in der Kette ist die „bewegte“ und damit potenziell steuerfreie Lieferung; die übrigen sind ruhende, im jeweiligen Land steuerbare Lieferungen.
Beim Reihengeschäft schließen mindestens drei Beteiligte Umsatzgeschäfte über dieselbe Ware ab, physisch bewegt wird die Ware aber nur einmal – direkt vom ersten zum letzten in der Reihe. Umsatzsteuerlich entscheidend ist die Zuordnung der bewegten Lieferung: Nur sie kann als steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung oder Ausfuhr behandelt werden. Alle anderen sind „ruhende“ Lieferungen, die dort steuerbar sind, wo die Ware jeweils liegt.
Die Zuordnung richtet sich danach, wer den Transport veranlasst und – bei mittleren Unternehmern – mit welcher UID aufgetreten wird. Fehler hier führen schnell zu Registrierungspflichten im Ausland und Nachzahlungen. Ein besonders geregelter Sonderfall mit drei Beteiligten aus drei Ländern ist das Dreiecksgeschäft, das eine Vereinfachung bietet.
Beispiel: Dein deutscher Kunde bestellt bei dir, du orderst die Ware bei einem Lieferanten in Italien, der direkt nach Deutschland liefert. Wer hier die steuerfreie Lieferung hat und wer sich wo registrieren muss, hängt von der genauen Transport- und UID-Konstellation ab.
FÜR DICH HEISST DAS
Für dich im Streckengeschäft oder Dropshipping heißt das: Ein falsch beurteiltes Reihengeschäft kann eine Registrierungspflicht im Ausland auslösen. Wir prüfen deine Lieferketten – siehe Steuerberatung Dropshipping.
Häufige Fragen zu Reihengeschäft
Was ist ein Reihengeschäft?
Mehrere Unternehmer verkaufen dieselbe Ware nacheinander, die Ware wird aber direkt vom ersten Lieferer zum letzten Abnehmer transportiert. Es gibt also mehrere Rechnungen, aber nur einen Warenweg.
Welche Lieferung ist steuerfrei?
Nur die „bewegte“ Lieferung – ihr wird der Transport zugeordnet. Sie kann steuerfrei sein, die übrigen „ruhenden“ Lieferungen sind im jeweiligen Land steuerpflichtig.
Warum ist das für Dropshipper wichtig?
Weil eine falsche Zuordnung eine USt-Registrierungspflicht im Ausland auslösen kann. Gerade bei Direktversand vom Lieferanten zum Endkunden ist die Beurteilung heikel.
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